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Automobilindustrie in BiHDer ClusterMitgliedschaft

Die Automobilzulieferindustrie in Bosnien-Herzegowina

Die derzeitige Lage der Unternehmen in Bosnien-Herzegowina (BiH), die aktiv sind als Teilehersteller für die Automobilindustrie, ist sehr unterschiedlich. Einige Unternehmen haben sich in der Wiederaufbau- und wirtschaftlichen Übergangsphase nach Kriegsende gut erholt, während andere nach wie vor Schwierigkeiten haben. Insgesamt gibt es ca. 80 -100 Automobilzulieferer, was der Automobilsektor zu einem der wichtigsten Industriezweige in BiH macht.

Der überwiegende Teil der Produktion von Komponenten für die Automobilindustrie besteht aus Metallbearbeitung (Präzisionsdrehen und -fräsen, Umformen). In diesem Bereich gibt es eine lange Tradition von Unternehmen, die vor dem Krieg Teile an führende westeuropäische Personen- und Lastkraftwagenhersteller (Volkswagen, Mercedes) lieferten. Der interne Markt des früheren Jugoslawien war ein weiterer wichtiger Markt für diese Unternehmen, insbesondere die Zastava ‘Yugo’ Produktionsanlage in Serbien (diese Fabrik produziert zur Zeit kaum noch).

Vor dem Krieg von 1992 – 1995 produzierte Volkswagen PKW und leichte Nutzfahrzeuge in einer Fabrik in der Nähe von Sarajewo, während Kosmos in Banja Luka and Soko in Mostar Busse produzierten. Die Produktionsstandorte dieser drei Fabriken führten in den jeweiligen Regionen zu einer Konzentration von Zulieferern mit entsprechenden Qualifikationen und Fähigkeiten in den Bereichen Metall, Automotive und Elektronik.

Wie in vielen Bereichen der Industrie in Bosnien-Herzegowina, führte der Krieg zu einer abrupten Unterbrechung dieser Situation. Inzwischen jedoch sind einige strategische Entwicklungen im Gange mit dem Ziel, Verlorengegangenes wiederherzustellen und eine Neu-Integration von Bosnien-Herzegowina in die internationale Automobilindustrie zu bewirken.

Die Privatisierung der Unternehmen schreitet rasch voran, wobei die Mehrzahl der Unternehmen in der Föderation bereits vollständig privatisiert ist und diese Unternehmen sich gut erholen. In einigen Fällen wurde das Unternehmen im Zuge der Privatisierung von einigen wenigen Gesellschaftern – zumeist Privatpersonen – übernommen, in anderen Fällen übernahmen die Mitarbeiter die Anteilsmehrheit.

Unternehmen die im Nachkriegs-BiH erfolgreich sind, haben etwas gemeinsam: sie sind fast alle im Besitz einer kleinen Gruppe von Privatpersonen, wobei in der Regel ein Miteigentümer aus Bosnien-Herzegowina oder Slowenien als Bindeglied zwischen dem BiH-Unternehmen und den westeuropäischen Kunden fungiert. Sowohl die Qualitätsmanagementsysteme als auch die IT- und Produktionsausrüstungen dieser Unternehmen sind auf einem hohen Niveau und sie exportieren inzwischen zu einer Vielzahl europäischer Automobilhersteller.

Durch die zentrale geographische Lage eignet sich Bosnien und Herzegowina optimal als Standort um den Automobilmarkt in Südosteuropa und der Türkei mit seinen über 60 Millionen Einwohnern zu bedienen.

Die Zulieferer in Bosnien und Herzegowina sind, nach einer Unterbrechung von über zehn Jahren, auf dem besten Wege ihre Potenziale neu zu entwickeln und europäischen und internationalen Standards in der Produktion von Teilen für die Automobilindustrie zu erreichen. Die Chancen führende internationale Hersteller und Systemlieferanten zu beliefern werden dabei weiter zunehmen.

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